Gemeinsam statt einzeln digital

Aufbau einer kommunalen Plattform für Ende-zu-Ende-Verwaltungsleistungen

Ausgangssituation & Herausforderung

Ausgangslage: Das OZG verpflichtet Kommunen, ihre Verwaltungsleistungen digital zugänglich zu machen. Gerade kleineren Verwaltungen fehlen dafür Personal, IT-Know-how und Budget für eigene Lösungen. Viele Angebote am Markt digitalisieren zudem nur den Antrag, nicht den Prozess dahinter.

Hürden: Mehrere Kommunen mit unterschiedlichen IT-Landschaften, Fachverfahren und Arbeitsweisen mussten auf eine gemeinsame Lösung gebracht werden. Dazu kamen die Anbindung an die Basiskomponenten des Freistaates Sachsen, vergaberechtliche Anforderungen und hohe Ansprüche an Datenschutz und IT-Sicherheit.

Das Besondere: Die Plattform entstand nicht als Produkt eines Softwareherstellers, sondern aus der Verwaltungspraxis heraus. Die Kommunen sind zugleich Auftraggeber, Nutzer und Eigentümer. Fachliche Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.

Vorgehen & Methodik

Projektstruktur:

  1. Bedarfsklärung und fachliches Zielbild mit den Kommunen
  2. Definition der Anforderungen an Cloud-Service und Basiskomponenten
  3. Vergabe und Beauftragung der IT-Dienstleister
  4. Iterative Entwicklung in Ausbaustufen mit Release-Abnahmen
  5. Einführung in den Verwaltungen
  6. Überführung des Betriebs in ein kommunales Rechenzentrum

Methoden:

  • Anforderungsworkshops mit Sachbearbeitenden
  • Product Ownership mit priorisiertem Product Backlog
  • Agile Release-Planung
  • Projektcontrolling entlang von Budget-, Termin- und Leistungszielen
  • Moderierte Projektgruppe aus Bürgermeister:innen und Fachverantwortlichen
  • Schulungs- und Onboardingformate

Besonderheiten im Beratungsansatz:

  • Wir haben als Übersetzer zwischen Verwaltung und IT gearbeitet: Verwaltungslogik wurde in technische Anforderungen übertragen und umgekehrt.
  • Den Betreiberwechsel haben wir so gesteuert, dass der laufende Betrieb für die Kommunen gesichert blieb.

Ergebnisse & Projekterfolg

  • Eine gemeinsame Plattform als „Business Process as a Service“: Kommunen nutzen digitale Verwaltungsleistungen ohne eigene Infrastruktur.
  • Medienbruchfreie Prozesse vom Antrag bis zum Bescheid, mit digitaler Signatur und Schnittstellen zu internen Fachverfahren.
  • Eine skalierbare Architektur, über die neue Verfahren und Kommunen standardisiert aufgenommen werden.
  • Betrieb in kommunaler Hand im kommunalen Rechenzentrum.

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